13. MLP oder SAP oder SRH-Marathon Mannheim

Monnhäm. Zur Abwechslung stand am Pfingstwochenende der Dämmermarathon mal wieder auf dem Programm. Ihr fragt euch sicher, warum die Überschrift zu diesem Beitrag etwas undefiniert ist. Naja, damit wollte ich dem Mannheim-Marathon oder Dämmermarathon oder SRH-Marathon (keine Ahnung, wie der offizielle Name lautet) gerecht werden.

Beim obligatorischen Small-Talk in der Startaufstellung hat ein Mitstreiter sogar noch von MLP-Marathon gesprochen. Ja, da erinnert man sich gerne zurück: Bis 2013 war MLP noch Hauptsponsor der Veranstaltung, und irgendwie – zumindest geht es mir so – läuft seither in Mannheim alles ein bisschen in die falsche Richtung.

Seit 2014 ist Mannheim eigentlich aus meinem Laufkalender gestrichen. Warum?

Kurzer Rückblick: Mein Studium habe ich in Mannheim absolvieren dürfen. Das war zu einer Zeit, in der ich mehr und mehr den Laufsport für mich entdeckte. Und ein Läufer braucht einen Lauf im Jahr, bei dem er sich wie zu Hause fühlt, ein Heimspiel, sozusagen. Damals habe ich Mannheim auserkoren, sodass ich von 2009 bis 2014 durchgehend am Start war. Das Fehlleitungs-Fiasko 2014 (ich berichtete) war dann unter anderem ausschlaggebend in 2015 eine Pause einzulegen.

Meine bisherigen Erfolge in Mannheim
Meine bisherigen Erfolge in Mannheim

Alle die schon mal in Mannheim gestartet sind wissen, dass der Marathon nicht gerade für eine tolle Organisation bekannt ist. Dieses Jahr wurde erstmalig auch ein 10 Kilometer-Lauf angeboten. Lässt man mal meine Meinung dazu, dass ein 10er nichts auf einer Marathon-Veranstaltung zu suchen hat, außen vor, ist das für viele mit Sicherheit eine ganz nette Idee.

Zusätzliches (zahlendes) Publikum wird dadurch angesprochen. Dazu muss man wissen, dass die Teilnehmerzahlen in Mannheim, entgegen dem Trend nahezu aller anderen Marathons in Deutschland, von Jahr zu Jahr sinken. Um diesen Trend zu stoppen setzt das Organisations-Team auf Veränderung.

Dies bekam ich dann auch direkt zu spüren. Selbstbewusst machte ich mich erst 10 Minuten vor Startschuss auf den Weg in die Startaufstellung. Nahezu arrogant ließ ich den Profi raushängen, so auf die Art: „Ich weß jo wie de Has laafd, bin es siebte Mol debei.“ und legte noch ein kleines Fotoshooting ein.

Keine Ahnung was mich dazu bewogen hat
Keine Ahnung was mich dazu bewogen hat

Doch wurde ich immer skeptischer, da immer weniger Menschen mit Startnummern zu sehen waren. Sollte der Start nicht wie noch 2014 vor dem Rosengarten sein? Eine leichte Unruhe kam auf. Naja, schlussendlich war ich gezwungen ein kleines Warm-up Richtung Augustaanlage mit mehreren Sprüngen über diverse Zäune durchzuführen. Und dann stand ich da.
Pünktlich 18:56 Uhr.
Start 19:00 Uhr.

Denkste. Der Start verzögerte sich um geschlagene 20 Minuten, da die Strecke seitens der Polizei nicht freigegeben wurde. Eine gewisse Unruhe machte sich im Starterfeld bemerkbar und keiner so Recht wusste warum diese Verzögerung. Vielleicht lag es ja daran, dass die letzten Läufer des 10ers noch nicht im Ziel waren. Könnte ich mir als Grund gut vorstellen, da hektisch Absperrband abgerollt wurde, um das Starterfeld von den ankommenden Finishern zu trennen. Mannheim halt 😉

Gemeinsam mit der absoluten Elite, der Creme de la Creme, der Besten Läufer, die die United Runners of Pfalz bieten können, stand ich nun da an der Startlinie. Im Dezember steckte ich mir das Ziel die kompletten 42,2 Kilometer an diesem Tag zu laufen. Ein Frühjahrs-Marathon sozusagen, um schon mal die Form zu testen für einen weiteren Anlauf auf die Sub 3:15 in Berlin.

Da machte mir aber der Heuschnupfen schon früh einen Strich durch die Rechnung. Wochenlang hatte ich damit zu kämpfen und nur spärlich bis gar nicht trainieren können. Daher wurde Mannheim von mir umgewidmet, zum offiziellen Kick-off der Vorbereitung auf den Berlin-Marathon im September. Halbmarathon und gucken, was die Beine hergeben, war die Devise!

Und so rollte ich mit einer Pace von 4:25 – 4:30 min/km los. Unseren Marathonis Helle, Stefan und Markus konnte ich noch eine Weile folgen, doch setzten sie sich Stück für Stück ab. An dieser Stelle Hochachtung und Glückwunsch zu eurer Leistung an diesem Tag. Die drei haben es doch tatsächlich fertig gebracht über die gesamte Strecke ein Trio zu bilden und mit etwas mehr als 3:00 Stunden zu finishen. Warum fällt mir an dieser Stelle das Lied „Drachen im Wind“ von Rolfs Zuchowski ein (das musste ich in der Grundschule singen)?:

„Ich seh dir hinterher

 

und fühle mich so schwer,

 

ich wär so gern wie du,

 

aber ich seh dir nur von unten zu.“

 

Genauso fühlt man sich, wenn man versucht den Dreien irgendwie hinterher zu kommen. Chapeau, große Leistung!

Zusammen sind wir stark! Stefan M., Markus M. und Helmut S. im Gleichschritt.
Zusammen sind wir stark! Stefan M., Markus M. und Helmut S. im Gleichschritt.

Die Strecke erfuhr zu meinem Erstaunen leichte Veränderungen. Absolut positiv dabei, dass nun „zweimal“ durch Seckenheim gelaufen wird. Dadurch kommt man auch zweimal in de Genuss der tollen Stimmung dort. Negativ ist der Rückweg Richtung City am Neckar entlang. Die Läufer wurden auf den Fahrrad-Fußweg verbannt. 2014 lief ich da noch auf der parallel laufenden Straße. Schade!

Die Halbmarathon-Strecke des SRH-Marathons
Die Halbmarathon-Strecke des SRH-Marathons

Trotz mangelnder Vorbereitung und echt schweren Beinen konnte ich die 4:25 min/km konstant halten. Bei Kilometer 15 sehe ich zwar aus, als würde ich kämpfen wie ein Löwe, doch fühlte ich mich echt gut. Das Minimalziel, meine Zeit aus 2014, wo ich eine 01:34:14 gelaufen bin, zu unterbieten war also drin.

Totaler Fokus auf die Aufgabe bei Kilometer 15
Totaler Fokus auf die Aufgabe bei Kilometer 15

Und auf einmal ging es auch schon auf die Zielgerade. Hinein in die Mannheimer City. Eine kleine Runde durch die Fußgängerzone und rund um den Wasserturm hinein ins Ziel. Endzeit: 01:33:18 und damit ein wenig schneller als vor zwei Jahren. Damit kann und bin ich an diesem Tag durchaus zufrieden. Allerdings ist zu Konstatieren, dass noch eine Menge Arbeit auf mich wartet. In etwas mehr als 130 Tagen möchte ich genau dieses Tempo über die doppelte Distanz in Berlin in den Asphalt brennen.

Auf geht’s!