30. München-Marathon – O’lauft is!

Genau eine Woche nach Ende des Oktoberfestes machte ich mich auf nach München.

Jetzt fragt ihr euch zu Recht: Ist der vollkommen bescheuert? Was will er in München eine Woche DANACH?

Diese Frage stellte ich mir auf der Fahrt im Fernbus selber: „Wie bekloppt bist du eigentlich? Nur eine Woche früher und du hättest es krachen lassen können.“

Aber das wich dann schnell der Vorfreude auf den 30. München-Marathon und vor allem der Vorfreude endlich mal wieder die Beine in die Hand zu nehmen.

Kleine Randnotiz: Das Fazit zu meiner ersten Fernbus-Fahrt fällt absolut positiv aus. Fernbusfahren sind zwar anstrengend, weil definitiv längere Fahrzeit bei gleicher Strecke als bei Bahnfahrten, aber durch WLAN, Filmothek und Kaffee an Bord, wird das so angenehm wie möglich gemacht. Echt empfehlenswert und mega günstig!

Halbmarathon stand auf dem Plan. Vorgenommen hatte ich mir meine persönliche Bestzeit anzugehen. Das Motto für den Tag war: „Hey, vielleichts klappts ja!“

Der Halbmarathon in München startet traditionell bei der Halbzeit-Marke des Marathons und daher auch erst gegen Mittag, wenn alle Marathon-Helden diese Marke überlaufen haben.

Die Marathonis machten sich um 10 Uhr auf die Strecke. Der Halbmarathon startete pünktlich um 13:30 Uhr.

Zu Anfang war diese Organisation mir ein bisschen schleierhaft. Rennen wir den Marathon-Läufern dann nicht in die Haken? Dem war nicht so. An dieser Stelle großes Lob an die Veranstalter, mega Event!

Ich komme wieder!

Da stand ich nun, direkt neben den Pacemakern für eine Zeit unter 1:30 Stunden. Die Bedingungen an diesem Tag waren optimal: 12 Grad Celsius, kein Regen und Beine, die sich echt gut anfühlten.

Doch diese perfekten Voraussetzungen waren zumindest für mich nicht von langer Dauer.

Kilometer 5 überlief ich mit 20:21 Minuten. Ein ganz schön schneller Aufgalopp für eine Endzeit von 1:30 Stunden. Die Pacemaker hatten die Durchgangszeiten nicht ganz so im Blick, sondern liefen ihren Stiefel.

Schade!

Die beiden Jungs schauten sich verwundert an, wie es über die Matten ging und viele Läufer drumherum sich beschwerten, dass das doch zu schnell wäre.

Bei Kilometer 8 musste ich dem hohen Tempo und den Nachwehen von Berlin Tribut zollen.

Die Regeneration war und ist wohl doch noch nicht ganz durch. Man sollte diesen guten Ratschlägen aus anderen Blogs (Marathon = 4 Wochen Regeneration mit nur leichten Läufen) doch folgen.

Ich beschloss nicht weiter meinen Körper zu schänden und meine Mitstreiterin Moni, zu ihrem Ziel unter 2 Stunden zu bleiben, zu verhelfen.

Anmerkung: Unter 2 Stunden und das wohlgemerkt in ihrem ersten Halbmarathon!!!

Nach 15 Minuten Wartezeit (da ich früher gestartet bin) fand ich sie dann auch im Gewühl der Läufer.

Und so machten wir uns gemeinsam weiter auf in Richtung Olympiastadion. Mit mehr oder minder guten Ratschlägen von meiner Seite ging es dahin mit einer Pace zwischen 5:00 min/km bis 5:15 min/km.

Bis Kilometer 17 bildete ich den Schatten von Moni, und bis dahin war das auch kein Thema.

Doch dann schlagartig, war es einfach nur eine Quälerei.

Ich musste Moni, die auf einmal deutlich frischer war, ziehen lassen.

Zu meiner Ehrenrettung: Ich versuchte zumindest eine Pace von 5:30 min/km weiterzugehen, dass wir definitiv save unter 2 Stunden durchs Ziel laufen. So lange sie vor mir bleiben würde, ZIEL erreicht!

Die letzten Meter hinein ins Olympiastadion und GESCHAFFT. Kaputt, erledigt aber glücklich!

Für mich eine weitere Erfahrung, die mich weiterbringt in meiner noch jungen Laufkarriere und für Moni eine überragende Zeit in ihrem ersten Halbmarathon: 01:54:01 Stunden.

Rückblick: Meinen ersten Halbmarathon finishte ich 2009 in 02:01:44. Daher Chapeu Moni!

München-Marathon, wir kommen wieder!

Ort, Datum: München, 11. Oktober 2015
Startnummer: #23404
Distanz: 21,1 km
Höhenmeter: 215 m
Zeit: 02:09:58
Platzierungen: 4893. von 7191 (Gesamt)
Urkunde: PDF
Ergebnisliste: PDF
Homepage der Veranstaltung: Link