44. Osterlauf Rheinzabern – Hoppel kleiner Hase, hoppel

Heute begab ich mich auf eine Ostereier-Suche der anderen Art, genauer gesagt auf einen 21,1 Kilometer langen Osterlauf in Rheinzabern. „Dabei sein ist alles“, so war die Devise. Hauptsache nochmal einen langen Tempolauf bevor es dann in wenigen Tagen schon nach Prag zum Marathon geht.

Einschub: Ach du Gott, der Prag-Marathon steht ja vor der Tür. Zeit kurz die Vorbereitung darauf Revue passieren zu lassen. Anfangen möchte ich da mit Silvester und den guten Vorsätzen, die ich mir dort gesteckt hatte. Es sollte dann doch nochmal einen Angriff auf die 3:15h in Prag geben.

Hochgestecktes Ziel, das direkt Anfang Januar in die Ferne rückte. Was war passiert? Nun ja, mich quälte zu Anfang des Jahres eine hartnäckige Grippe. Und so pausierte ich mehr oder weniger. Die Laufeinheiten ließ ich aus, weil ich ja wusste, dass krank und Sport eine blöde Kombination bildet. Auch meine Spinning-Kurse ließ ich zu Anfang noch von meinen netten Kollegen vertreten, doch irgendwann juckte es doch zu heftig. Ich bin eine 2-Stunden Spinning-Einheit gefahren und bekam prompt die Quittung. Leichte Herzmuskelentzündung und mindestens 4-6 Wochen Pause.

Und so ging der Januar und der Februar schneller vorbei als ich dachte. Natürlich war der Trainingsplan mittlerweile zur Seite gelegt. Mit dem März kam auch wieder die Zuversicht und ich begann erneut einzusteigen. Langsam aber sicher bin ich wieder in der „alten“ Form. Alte Form? Ja, mein Fitness-Zustand vorm Berlin-Marathon 2015.

Neben Wolfgang (unserem Dauerläufer bei den Runners, der kaum ein Event auslässt) traf ich auch Christian kurz vor dem Start. Was eine freudige Überraschung! Kurzer Smalltalk, ganz wichtig: die ungefähren Tagesziele ausgetauscht, d. h. ich ließ mal selbstbewusst fallen, dass ich auf den KM eine 4:30 laufen möchte. Und dann ging es auch schon los!

Vor dem Start mit Wolfgang

Kurze knackige Runde (1 Kilometer) durch Rheinzabern, um das Tempo zu finden, und dann das erste Mal raus auf die 10 Kilometer lange Runde. Der Halbmarathon in Rheinzabern ist amtlich vermessen, daher waren es ab diesem Zeitpunkt genau zwei Runden á 10 Kilometer.

Und so ging es aus Rheinzabern hinaus, Richtung Hatzenbühl. Dort eine Runde und zurück, rechts ab Richtung Jockgrim, dort Kehrtwende und zurück zu Start und Ziel. Die Strecke bis auf drei kleine Rampen schön flach, aber auch windanfällig. So manche Gerade war dann doch etwas anstrengender dank Tief Otto 😉

Laute Pfiffe?! Ahh die erste Runde war geschafft, kleines Zwischenhoch an meinem Schatzi vorbei und als Schatten von Christian in die zweite Runde. Das Tempo für meine Verhältnisse richtig stark: 4:20 Minuten im Schnitt. Christian und ein anderer Läufer hatten an dieser Stelle ein kleines tête-à-tête wer von beiden denn im Wind laufen sollte. Keine Ahnung was mich dazu ritt, aber ich übernahm ab diesem Zeitpunkt den „Windbreaker-Job“.

Runde 1 geschafft …

„Bis Kilometer 15, die 4:20, dann bin ich raus“, so oder so ähnlich waren meine Worte. Und so lief ich nun die Runde vorne weg. Gejagt von dem „Läufer im grünen Shirt“, einer Dame vom RC Vorwärts Speyer und Christian. Zu meiner Überraschung konnte ich trotz Wind das Tempo weiter halten.

Bei Kilometer 13-14 haben wir wohl den „Läufer im grünen Shirt“ verloren. Christian musste bei Kilometer 17-18 ein bisschen Tempo rausnehmen. Bei mir lief es noch immer ganz gut. Im Nacken die Dame vom RC Vorwärts. Und so spielte ich weiter den Hasen und hoppelte vorne weg. Leichter Anstieg nach Jockgrim bis hoch zur Wende und rein in die lange Zielgerade.

Kurz vorm Ziel

Ohne große Erwartungen an den Start gegangen und mal eben ne neue persönliche Bestzeit rausgehauen. Bei 01:30:22 blieb die Uhr für mich stehen. Die 1:30 ist also nicht mehr weit. Sobald ich diese erreicht habe, werde ich direkt meine Karriere beenden, weil Ziel erreicht 😉

Fazit des Tages: Netter Ausflug in die Pfalz, perfekte Unterstützung durch meinen Superfan, geheimes Geheimtraining mit Christian, persönliche Bestzeit im Halbmarathon … jetzt Auspannen, Ostersonntag!

Christian und ich im Ziel

 

Ort, Datum: Rheinzabern, 15. April 2017
Startnummer: #256
Distanz: 21,1 km
Höhenmeter: 72 m
Zeit: 01:30:29
Platzierungen: 72. von 293 (Gesamt)
Urkunde: PDF
Ergebnisliste: PDF
Strava: Link
Homepage der Veranstaltung: Link