IRONMAN Luxembourg – Ziel Erreicht!

Der große Tag kam am Ende tatsächlich schneller als gedacht. Ein halbes Jahr Vorbereitung auf den IRONMAN Luxembourg vergingen in der Rückschau wie im Flug.

166 Tage in denen ich nur ein Ziel hatte: den 70.3 in unter 5:30h zu finishen.

Hier das Video zu meiner zweiten IRONMAN-Erfahrung.

Mein Video zum IM Luxembourg

Die Anreise war für Freitag geplant und verlief total tiefenentspannt.

Hotel Traube auf deutscher Seite in Nennig, so hieß unser Quartier. Ein absoluter Geheimtipp für den IRONMAN Luxembourg, weil nicht auf den einschlägigen Hotel-Buchungswebseiten gelistet und 500m fußläufig von Start und Ziel entfernt.

Man könnte sagen, ich hatte Profi-Athleten-Hotel-Bedingungen 😉

„Hotel Traube“, bei dem Namen konnte es nur gut sein!

Und so liefen Amelie und ich am frühen Freitagabend das erste Mal über die Grenze und Mosel rüber nach Remich.

Startunterlagen abholen, ein wenig schon den Spirit des IRONMAN schnuppern und mit Meike und ihrem Betschi-Clan ihren Geburtstag „feiern“ 🙂

Unsere Meike wurde frische 29 Jahre alt!

Am Abend stand für mich dann noch eine heikle Prüfung ins Haus. Komischerweise bereitete mir die Woche über mein linkes Knie Kopfzerbrechen. Knieschmerzen seit der Staffel-Schwimmeinheit in Maxdorf wie seit vergangenen Handballer-Tagen nicht mehr.

Ja, richtig: Knieschmerzen vom Schwimmen! Keine Ahnung wie das passieren konnte. Anscheinend habe ich mir in der Wechselzone aber sowas von das Knie beim Schwimmausstieg verdreht. Damals dachte ich noch, es war nur ein kleiner Stolprer …

Und so wollte ich locker noch nen 5er laufen. Einfach um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie heftig die Schmerzen sind. 3-4 heftige Stiche ins Knie später waren wir wieder im Hotel und der Gedanke präsent, dass ausgerechnet 2 Tage vor dem Main-Event der Körper dann doch nicht so mitspielt wie gewünscht.

Begleitet von heftigen Stichen im Knie

Ausreden gibt es aber nicht!

„DNS (Did Not Start) und DNF (Did Not Finish) wird es mit mir nicht geben“, so ungefähr meine Worte zu Amelie am Abend, die mich versuchte ein wenig mental aufzubauen.

Also Bags packen, Fahrrad nochmal checken und bisschen ablenken mit Fernsehen.

Mein Bike war da schon bereit!

Samstagmorgen erst Mal schön und ausgiebig frühstücken. Und dann ging es für uns ab zum IRONKIDS. 50m Schwimmen und 600m laufen stand für Sophia auf dem Programm. Die Kleinen waren genauso nervös wie die Großen!

Mega cooles Event für die Kiddies und für alle anderen einfach toll anzuschauen!

Gegen 14 Uhr trafen wir Runners uns dann wieder zu obligatorischen Wettkampf-Besprechung. Viel Neues war da für uns nicht dabei. Als „alter Hase“ im IRONMAN-Geschäft wusste ich natürlich ALLES 😀

Die Anspannung lag aber schon da in der Luft und das lag nicht unbedingt nur daran, dass im Zelt lediglich der Kiefer-Aufguss fehlte. Irgendwie kommen bei den Race-Briefing die gefährlichen Stellen der Radstrecke zu kurz. Daher entschieden wir uns spontan dafür den Nachmittag zu nutzen um die Radstrecke mit dem Auto abzufahren.

Markus, Christian et moi

Danach gings auch schon wieder kurz ins Hotel. Fahrrad holen und ab in die Wechselzone zum Bike Check-in.

Nummer 1241.

Ich habe mein SCOTTI mit Liebe an die Stange gehängt und dann mehrere Male die Wechselzone abgelaufen. Wegpunkte setzen ist ganz wichtig, um unter den tausenden Fahrrädern auch gleich sein eigenes zu finden.

#1241

Die Strategie ging auf, denn ich wurde unter uns drei Runners der Wechselkönig!

Wechselkönig, Wechselkönig, hey hey!

Danach ging es für uns noch kurz ans Wasser. Ein bisschen auch die Zeit genießen und Punkt 18 Uhr zur Pasta Party.

Nudeln, Lasagne, Cola, in dieser Reihenfolge …

Das geniale an so einem Event: Endlich mal essen ohne schlechtes Gewissen.

Pasta olé

Kurze Verabschiedung, ab ins Hotel und dann auch schwups ins Bett. Ich konnte, zu meiner Überraschung, trotz Nervosität direkt einpennen. Ab 4 Uhr waren die Klotzer aber sowas von offen .. Wahnsinn!

Frühstück (nur kurzkettige Scheiße, sprich Croissants)

Panik schieben, ob das Knie halten würde, hoffentlich hält das Rad, hoffentlich ist die Strömung nicht all zu stark … und und und

Es geht los ..

Ab in die Wechselzone. Reifen aufpumpen und den obligatorischen Angst-Kakka loswerden. Dixie-Toiletten, immer wieder ein Erlebnis.

Und dann stand ich auch schon da. Neben mir Christian und gefühlt nur Menschen, die deutlich professioneller aussehen als ich. Lag wohl daran, dass ich von Christian angestachelt wurde, dann doch in die Startgruppe der Schwimmer unter 30 Minuten zu gehen.

Start der Profis, gleich ises soweit. „Christian?, machste mir den Neo bitte zu“, dann verabschiedete ich mich, ging ein paar Schritte nach hinten, denn so schnell schwimme ich im Leben nicht.

Durchatmen!

5:30h Vollgas!

Du packst das!

Rolling start . Alle 5 Sekunden gingen 5 Athleten ins Wasser.

Mein Ziel war es schnell meinen eigenen Rhythmus zu finden und von dem Trubel so wenig wie möglich mitzubekommen. Mosel aufwärts hatte ich das Gefühl so gar nicht vom Fleck zu kommen. In der Nachschau lief es aber ganz gut.

Erster Wendepunkt nach 600m und ab mit dem Strom, leider gefühlt nicht viel schneller als gegen den Strom. Ehrlich gesagt habe ich mir ab dort erhofft, ähnlich wie Flipper durchs Wasser zu gleiten. 1000m bis zur nächsten Wende und in die letzten 200m. Die letzten 200m zogen sich wie Kaugummi …

Gut gelaunt beim Schwimmausstieg

Ab aufs Rad. Keine 3 Minuten auf dem Rad hat es gedauert, da war mein Ernährungsplan auch schon futsch. Erstes Schlagloch, Flasche weg!

35km flach an der Mosel entlang. Das lief dufte … Rückenwind und 38 km/h. Dann Wendepunkt und gegen den Wind mit maximal 32 km/h. Wuff !!!

Der erste Berg stand an. Am Fuße war ich ganz überrascht, denn die Löschs waren tatsächlich an der Strecke und pushten mich aber sowas von den ersten Berg hoch!

Geil!

Nuria + Christoph!

Zusammenfassend kann man sagen, dass es auf dem Rad für meine Verhältnisse echt gut lief. Kein Defekt, 195 Watt im Durchschnitt.

Total geile Strecke, immer mal wieder Wind und der Gedanke, „Spar ein paar Körner, net, dass du wie in St. Pölten im letzten Jahr auf der Laufstrecke gehen musst“

Total schnittig de Buh!

Ab in die Wechselzone. „Wechselkönig Andi“, is klar!

Jetzt nur noch einen Halbmarathon und an der Strecke ist dein Superfan Amelie!

Flasche geext und los!

3 Runden á 7km.

Die erste Runde: genial!

Die zweite Runde: hoppla!

Die dritte Runde: Ach du lieber Gott …, aber KEIN GEHEN => „durchgerannt“

Finish in 5:23:34

ZIEL ERREICHT!

Finisher!

Ungeblümte Wahrheit: Ich habe tatsächlich 45 Minuten gebraucht um halbwegs meinen Kreislauf wieder in Ordnung zu bringen …

Athleten-Garten? After-Bierchen? Chill-out?

Fiel für mich alles aus. Total am Ende: 45 Minuten auf dem Boden liegend und Cola trinkend, versuchte ich immer mal wieder aufzustehen, um mich drei Schritte weiter wieder hinzulegen. Amelie musste für mich sogar mein Finisher-Shirt holen. Ich war dazu einfach nicht in der Lage!

Fix und Foxi

Irgenwdann war ich dann halbwegs wieder online.

Als Belohnung gabs ordentlich was zu Essen!!!

Fleisch!

Danke an meine Amelie!!!

Danke an die Betschis und Löschs für den tollen Support!

IM Luxembourg 70.3 unter 5:30h => DONE!

PS: Mein Knie machte überhaupt keine Mucken. Was Adrenalin bewirkt. Der Knaller!

PS des PS: Wir haben dann doch noch den Alkohol für unsere Hochzeit eingekauft 😉

Jawohl!