Kompressionssocken – Sinnvoll oder sinnlos?

Auf Laufveranstaltungen sieht man sie immer häufiger: Kompressionsstrümpfe.

Ursprünglich einmal zur Vorbeugung von Thrombose gedacht sind sie mittlerweile ein fester Bestandteil der Laufszene.

Fragt man die einzelne Sportlerin oder den einzelnen Sportler, warum er oder sie denn diese Strümpfe trage, erhält man Antworten wie: „Sie geben mir ein gutes Gefühl“ oder auch „Ich fühle mich dadurch schneller“ und auch beliebt „Sie sehen einfach gut aus“.

Doch wie sieht es mit der Wirkung solcher Kompressionsstrümpfe aus? Placebo oder doch ein Hilfsmittel für neue Höchstleistungen?

Kompressionsstrümpfe üben einen leichten und permanenten Druck auf die Wadenmuskulatur aus. Sinn und Zweck des Ganzen ist es das Bindegewebe und die Muskulatur zu stützen und zu entlasten.

Aus medizinischer Sicht wird dadurch der Rückstrom des sauerstoffarmen Blutes zum Herzen gefördert und die Arterien blutdurchlässiger, sodass die Muskeln besser mit Sauerstoff versorgt werden.

Mehr Sauerstoff bedeutet in diesem Fall eine höhere Leistungsfähigkeit.

In der Praxis ist die beschriebene positive Wirkung von Kompressionssocken auf die Laufleistung umstritten. An dieser Stelle möchte ich euch von meinen eigenen Erfahrungen berichten:

  • Vor allem bei Marathon- und Ultramarathonläufen ist der Nutzen von Kompressionssocken nicht abzustreiten, da einfach weniger Schmerzen in den Beinen zu verspüren sind. Neben den Sprunggelenken werden auch die Kniegelenke gestützt. Im Ergebnis ist das Risiko, von Bänderdehnungen und Knieschmerzen nachweisbar geringer.
  • Zudem bin ich fest davon überzeugt, dass das Tragen von Kompressionssocken nach der eigentlichen Belastung unweigerlich die Regenerationszeit verkürzt. Die oftmals als „schwere Beine“ beschriebenen Nachwehen eines Laufes fallen zumindest bei mir gefühlt milder aus.

Als Schlussfolgerung kann also festgehalten werden, dass das Tragen von Kompressionssocken ab und zu ganz nützlich und sinnvoll sein kann. Wie so oft ist eine angemessene Dosierung das Mittel zum Erfolg.

Meine Empfehlung lautet daher: Gerade bei langen Dauerläufen kann ruhig einmal zur Kompressionssocke gegriffen werden.

Darüber hinaus könnt ihr ja mal ausprobieren, erst nach der Belastung reinzuschlüpfen und die Regenerationszeit beobachten.

Ihr werdet sehen, es fühlt sich gut an!